„Es gibt noch viele Stellen, die darauf warten besetzt zu werden“

Das Teilhabechancengesetz feiert den zweiten Geburtstag – Grund genug für das Team „Soziale Teilhabe“ des Jobcenters Lübeck ein Fazit zu ziehen

Pressemitteilung vom 11.01.2021

Am 01.01.2019 trat das Teilhabechancengesetz mit Förderungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose in Kraft und bot somit der Zielgruppe neue Chancen auf dem allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt. In den letzten zwei Jahren eröffnete es über 380 Kundinnen und Kunden des Jobcenters Lübeck neue Perspektiven. Mit den Regelförderinstrumenten §16e SGB II (Eingliederung von Langzeitarbeitslosen) und §16i SGB II (Teilhabe am Arbeitsmarkt für Langzeitbezieher) erhalten auch Personen, die bislang nicht von der guten Arbeitsmarktlage in der Region profitieren konnten, eine Chance.

„Im Kern handelt es sich um eine Mischung aus intensiver Betreuung, individueller Beratung, wirksamer Förderung und gezielter Suche nach passenden Arbeitgebern“, erklärt Joachim Tag, Geschäftsführer des Jobcenters Lübeck. „Damit werden neue Perspektiven für Menschen geschaffen, die ohne Unterstützung in absehbarer Zeit keine realistische Chance auf einen regulären Arbeitsplatz hätten.“

Arbeitgeber erhalten bei der Einstellung von Langzeitarbeitslosen und bei Vorliegen der Voraussetzungen, einen Zuschuss zu den Lohnkosten. Für die individuelle Beratung und Vermittlung von Kund:innen und Arbeitgebern wurde im Jobcenter Lübeck ein eigenes Team ins Leben gerufen, welches durch die Berücksichtigung aller vier Lübecker Standorte flächendeckend das Teilhabechancengesetz umsetzt.

Teamleiterin Claudia Harms ist überzeugt: „Aufgrund der Besonderheiten in dem Förderprogramm war es wichtig, gleich zu Beginn dieses Team zu gründen. Vorhandenes Wissen kann so gebündelt werden und die Dienstleistung aus einer Hand erfolgen. Auf diese Weise kann effizient auf vorhandene Bedarfe, Wünsche und Belange auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite eingegangen werden. Davon profitieren letztendlich alle Seiten.“

Die geförderten Arbeitsverhältnisse sind nicht auf bestimmte Arbeitgeber, Branchen, Rechtsformen oder Tätigkeiten begrenzt. Zur Stabilisierung und Weiterentwicklung der neu gewonnenen Teilhabe am Arbeitsmarkt gehören ein beschäftigungsbegleitendes Coaching sowie ein Weiterbildungsbudget zum Gesamtpaket.

Welche Erfahrungen haben die Mitarbeitenden des Teams Soziale Teilhabe im Umgang mit dem Förderinstrument in der Praxis gemacht?

Mirjam Müllender berichtet: „Unsere Kund:innen kommen aus unterschiedlichen Altersgruppen und Lebenslagen zu uns. Es ist toll zu sehen, wie bei vielen eine Entwicklung stattfindet und interessant zu beobachten, wie der Mut bei ihnen wächst Chancen zu ergreifen.  Oft trägt ein vorgeschaltetes Praktikum dazu bei, dass die Menschen wieder Vertrauen in ihre Fähigkeiten finden.“

„Es gibt noch viele Stellen, die darauf warten besetzt zu werden. Wir profitieren mittlerweile von unseren aufgebauten Netzwerkkontakten und positiver Mund-zu-Mund-Propaganda“, ergänzt ihre Kollegin Melanie Steinhäuser. „Durch das optional angebotene Coaching können Konflikte direkt am Arbeitsplatz mit allen Beteiligten gelöst, Veränderungen begleitet und präventiv Abbrüche verhindert werden,“ sind sich Stefanie Fenner und Ingo Hackmann einig.

Silja Lender stellt abschließend fest: „Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass viele Kund:innen im Prozess der Vermittlung förmlich aufgeblüht sind. Durch das Gesetz ist ein in sich durchdachtes und geschlossenes Chancenpaket entstanden, dass ein „Zurückkommen“ auf den Arbeitsmarkt und oft auch in die Gesellschaft wieder ermöglicht.“

Interessierte können sich an das Team Soziale Teilhabe wenden unter: 588-330 oder per E-Mail: Jobcenter-Luebeck.AGS-Soziale-Teilhabe-384@jobcenter-ge.de.

 

 Das Team Soziale Teilhabe steht für sämtliche Fragen rund um das Teilhabechancengesetz zur Verfügung