Arbeitsgelegenheiten (so genannte 1-EURO-Jobs)

Was ist das überhaupt?

Arbeitsgelegenheiten (AGH) sind durch das Jobcenter geförderte, öffentliche Beschäftigungen mit dem Ziel, langzeitarbeitslose Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Arbeitsgelegenheiten müssen zusätzlich sein und im öffentlichen Interesse liegen. So soll vermieden werden, dass reguläre Arbeitsplätze verdrängt oder die Entstehung neuer verhindert wird. Sofern vorhanden, muss deshalb immer die Mitarbeitervertretung des Trägers der Einrichtung der Arbeitsgelegenheit zustimmen, außerdem wird ggfs. eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der zuständigen Kammer (z.B. Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Fachverbände) angefordert. Eine Arbeitsgelegenheit begründet kein Arbeitsverhältnis. Arbeitsgelegenheiten gibt es im Bereich des Jobcenters Lübeck nur bei Bildungsträgern, gemeinnützigen Einrichtungen und gemeinnützigen Vereinen.

Bekommt man etwas dafür und wie ist die Arbeitszeit?

Bei Arbeitsgelegenheiten des Jobcenters Lübeck erhalten die Teilnehmer in der Regel einen Stundensatz von 1,50 €, die sogenannte Mehraufwandsentschädigung. Sie wird nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet und soll durch die Teilnahme an der Maßnahme entstehende zusätzliche Kosten – z.B. Fahrtkosten – ausgleichen. Gezahlt werden nur die tatsächlich geleisteten Stunden, Urlaub, Krankheit und andere Fehlzeiten werden nicht bezahlt.

Die Arbeitszeit beträgt – je nach Maßnahme und individuellen Voraussetzungen – zwischen mindestens 15 Stunden wöchentlich und höchstens 30 Stunden wöchentlich.

Um was für Arbeiten handelt es sich?

Möchten Sie einmal ein Drachenboot bauen und fahren oder eine Skulptur bauen? Mögen Sie Kinder? Helfen Sie gerne? Oder Arbeiten Sie lieber draußen in der Natur? Sind Sie handwerklich geschickt? Stellen Sie gerne Dinge her? Haben Sie Interesse an Computern? Die Einsatzfelder sind vielseitig, z.B.:

  • Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Kindergärten, betreuten Grundschulen oder Schulen oder Arbeit mit Senioren
  • Arbeit im Natur- und Umweltschutz oder
  • Kreative Arbeiten oder handwerkliche Arbeiten
  • Verschiedene Tätigkeiten im Bereich Verkauf/Lager/Büro z.B. in den Sozialläden oder der Toys Company
  • Arbeit mit Computern

Wie kann ich an einer Arbeitsgelegenheit teilnehmen?

Sprechen Sie mit Ihrer persönlichen Ansprechpartnerin bzw. Ihrem persönlichen Ansprechpartner oder Ihrer Fallmanagerin bzw. Ihrem Fallmanager. Sie beraten gemeinsam mit Ihnen, welche Arbeitsgelegenheit zu Ihnen passt und stellten Ihnen die Arbeitsgelegenheit vor.

Teilnehmer einer Arbeitsgelegenheit werden durch das Jobcenter zugewiesen, d.h., Sie können nicht ohne Einschaltung des Jobcenters dort arbeiten.

Aber natürlich können Sie Ihre persönlichen Ansprechpartner oder Fallmanager gerne gezielt nach bestimmten Arbeitsgelegenheiten fragen.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Arbeitsgelegenheiten sind nachrangig, d.h. die Vermittlung in Arbeit, Ausbildung oder Qualifizierung steht im Vordergrund der Vermittlungsbemühungen. Erwerbsfähige Leistungsberechtigte dürfen deshalb innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren nicht länger als 24 Monate an einer Arbeitsgelegenheit teilnehmen.